Ein Tier als Gegenüber
Ein Tier darf Dinge, die bei einer Menschenfigur seltsam wären. Es kann sich im Panzer verkriechen, im Ei verschwinden oder mit den Flügeln schlagen, wenn es aufgeregt ist. Viele Fachkräfte nutzen das, um ein schwieriges Thema auf die Figur zu verschieben. Dann geht es um ein Tier, das nicht mitspielen will, und das Kind kann von außen darauf schauen. Living Puppets liefert dafür Tiere vom Bauernhof, aus Wald, Wasser und fernen Ländern, dazu einige Fabelwesen.
Tiere in Logopädie und Sprachförderung
Tierlaute lassen sich gut als Silbenübung nutzen. Hahn Heini ruft Kikeriki, Esel Fridulin antwortet mit I-A, und beim Schaf Lucy dehnt das Kind das Mäh, so lange der Atem reicht. Bei Chamäleon Wilhelminchen ist neben dem Maul auch die Zunge bespielbar. Sie schnellt heraus, sobald eine Fliege vorbeikommt, und das Kind jagt mit der eigenen Zunge mit. Für Fragespiele eignen sich die Vögel mit bespielbarem Schnabel, etwa die Piepspatzen oder Gans Gundula, die ihren Hals lang macht, um alles zu überblicken.
Tiere in Psychotherapie und Beratung
Viele Tiere bringen laut Hersteller schon einen Charakter mit, an den Sie eine Stunde anknüpfen können. Wolf Rasputin hat ein furchterregendes Gebiss und tut trotzdem niemandem etwas zuleide. Mit ihm lässt sich besprechen, dass jemand gefährlicher aussehen kann, als er ist. Schildkröte Sammy zieht sich ganz in ihren Panzer zurück, die Drachen Gregor und Ottilie verstecken sich in ihrem Ei. Bei diesen Figuren entscheidet das Kind, wann sie wieder herauskommen. Eule Eulalie weiß für jedes Problem eine Lösung. In der Familienberatung sitzt sie als Ratgeberin mit am Tisch, und die Kinder prüfen, ob Eulalies Rat zur eigenen Familie passt.
Als Gegenstück zu Sammy hat Igel Herr Waldmeister nie einen Grund, sich einzuigeln. Wer beide Figuren nebeneinander führt, hat Rückzug und Zuversicht in einer Szene. Kojote Jörg Schlawenski führt eine Gewerkschaft an. Er passt zu Kindern, die sich in der Gruppe für andere einsetzen wollen.
Ergotherapie, Förderschule und Seniorenarbeit
Bei einigen Tieren spielt mehr mit als Maul oder Schnabel. Bei der schwarz-weißen und der braunen Katze sind die Pfoten bespielbar, bei Hahn Heini und Henne Herta die Flügel. Bei der Riesenraupe Reni spielen Maul und Schwanz mit, so lässt sich in der Ergotherapie beidhändiges Arbeiten in eine Geschichte packen.
Im Sachunterricht der Förderschule erzählt Bienchen Doris, warum sie Bienenkönigin werden will. Pinguin Erwin berichtet von seiner kleinen Eisscholle, Seehund Böhnchen von der Sandbank. In der Seniorenarbeit ist Kater Kolman ein guter Gast: Der Straßenkater ist viel herumgekommen und erzählt von seinen Reisen, danach ist die Runde mit ihren eigenen an der Reihe. Helge, das Pferd mit den großen Hufen, öffnet das Gespräch über Ställe, Fuhrwerke und Ausritte.
Tiere, die zusammengehören
Manche Figuren hat der Hersteller als Familie angelegt. Henne Herta ist mit Hahn Heini verheiratet, Fledermaus Tamika ist die kleine Schwester von Gaston, Olli der kleine Bruder von Drache Filippo, und Einhorn Hörnchen ist die Nichte von Elke. In der Familienberatung stellen Sie mit solchen Paaren Szenen unter Geschwistern oder zwischen den Generationen nach, ohne dass eine echte Familie auf der Bühne steht.
Vier Fragen zur Wahl des Tieres
- Welches Thema steht an? Wählen Sie ein Tier, dessen Eigenart dazu passt. Geier Django mit seinem extra großen Schnabel redet überall mit, Krokodil Travis will Comedian werden und gehört in jede Runde, in der gelacht werden darf.
- Wie viel soll sich bewegen? Zum Sprechen reichen Maul oder Schnabel. Flügel, Pfoten, eine Zunge oder ein Versteck haben nur einige Tiere, je nach Figur.
- Wer führt die Figur? Soll das Kind selbst spielen, schauen Sie nach den kleinen Ausführungen. Beim kleinen Sammy ist der Handzugang eigens für Kinder gedacht.
- Echt oder erfunden? Drachen und Einhörner passen zu Geschichten über Mut und Wünsche. Igel, Frosch oder Hund bringen eher den Alltag in die Stunde.